80km Bike Trail
Oder die Tour der Leiden.
Am Samstag habe ich es endlich mal geschafft und bin nach langer Vorfreude mit dem Rad zum North and South County Bike Trail gefahren. 12 Uhr aus dem Haus, draußen weit über 30 Grad. Kurz vor 1 bin ich Grand Central Station in Manhattan angekommen, 20 nach 1 fuhr die Metro North, um mich bis nach Greystone zu bringen. Eine wunderschöne Strecke, immer am Hudson River entlang. Kurz vor 2, endlich angekommen. Raus aus der gefühlten 16 Grad kalten Bahn hinein in die ca. 34 Grad bei drückender Luftfeuchtigkeit. Voller Motivation ging es los.
Mein TomTom Navi habe ich vorher mit Wegpunkten aus dem Internet runter geladen und gefüttert, so dass ich zu jeder Zeit immer wusste in welche Richtung ich fahren muss. Direkt aus der Bahn raus, ein super steiler, langer Anstieg.
Oben angekommen war ich bereits klatsch nass, die erste Trinkflasche halb leer und ich verbrachte den ersten Gedanken damit jetzt am Strand zu liegen. Da es noch 1-2 weitere Kilometer richtig satt bergauf ging, musste ich nach gerade mal 15 Minuten bereits an die erste Tankstelle fahren um mir die erste Trinkflasche wieder aufzufüllen. Die Leute an den Zapfsäulen, mit ihren riesigen SUV’s, mit laufender Klimaanlage schauten mich alle an, als käme ich vom Mars. Der Schweiß lief in Sturzbächen an mir herab, sobald ich stehen blieb und kein Fahrtwind mich kühlte. Also schnell wieder rauf und weiter!
Kurze Zeit später erreichte ich endlich – dem Navi sei dank – den Bike Path.
Gott sei dank lag dieser im Halbschatten, umgeben von Bäumen und Sträuchern, manchmal eine Straße, manchmal ein Highway, manchmal ein wunderschön plätschernder Bach, oder auch nur ein kleines Rinnsal. Die volle Schönheit der Strecke ist nicht ganz leicht auf den Bildern festzuhalten. Man fährt einfach stundenlang nur geradeaus, immer Richtung Norden. Falls der Bike Path auf einmal schlagartig zu ende ist, so muss man auf der normalen Strasse weiter und wieder den Einstiegspunkt suchen. Ohne Navi hätte ich definitiv keine Chance gehabt zu wissen in welche verlassene Straße man fahren muss, damit es weiter geht.
Und so ging es weiter Richtung Sleepy Hollow und Pleasantville. Endziel war Brewster, wo es eine Bahnstation gab. Mein Plan in Queens war es in Manhattan zu essen. In Manhattan dachte ich mir, es sei doch bestimmt viel schöner Upstate irgendwo gemütlich etwas zu essen. So richtig habe ich jedoch nichts gemütliches gefunden, und so bin ich abends um 6, kurz vor Brewster zu McDonald’s einen Cheeseburger essen. Auch in Brewster viel mir direkt nichts ins Auge, wo ich gerne gegessen hätte. Eine riesige Seen-platte, draußen wunderschoenes Wetter, und alle Restaurants nur zum klimatisierten drinnen sitzen. Heute meinte eine Kollegin, das Wetter derzeit sei einfach nur schrecklich, da wir wieder ueber 30 Grad haben. Ich meine Hallo? Das muss man doch genießen!! Apropos: Sonntag all day at the beach
Naja, nach 80km im Sattel bin ich 20 vor 7 in Brewster angekommen, wo ich mich einfach nur gefreut habe NICHT mehr im Sattel sitzen zu muessen. Ueber 1,5 Stunden hat der Express-Zug bis zur Grand Central Station gebraucht, und als auch noch wie immer die Subway mal wieder durch Baumassnahmen faehrt wie sie gerade lustig ist, war ich froh um halb 10 endlich unter der kalten Dusche zu stehen.
Warum ich das ganze die Tour der Leiden genannt habe: Nach ca. 10km fing mein Hintern an mir weh zu tun. Mein Sattel scheint nicht mehr ganz zu passen. Nach 50km waren es einfach nur noch Schmerzen, zu dem sich noch Fussschmerzen gesellten, denn meine neuen Fahrradschuhe sind zwar schoen anzuschauen, aber wenn der Fuss abstirbt und taub wird, dann nervts. Nach 60km wollte ich nur noch nach Hause. Aber wie? Mitten in der Pampa, einfach mal sagen ich will nicht mehr bringt einen dann auch nicht weiter. Abhilfe: Den Tacho nicht auf Kilometer einstellen, sondern auf Zeit. So denkt man sich nicht “noch ewig lange 15km”, sondern strampelt einfach seine Zeit ab. Alles in allem wuerde ich die Strecke jederzeit gerne wieder fahren, nur vielleicht mit einem anderen Sattel und Einlagen in den Schuhen…

Montag, 17. August 2009 um 16:49
Hi Tim
ich bewundere dich für Deine Power !
Was Du an einem Wochenende erlebst hat
mancher nicht im Jahr unternommen. Es
macht immer wieder Spaß mit Dir unterwegs
zu sein,freue mich schon auf Deine nächsten
Berichte zusammen mit Anne und Christian.
Bis bald Mama