Roadtrip nach Kanada
Ein kleiner Roadtrip mit über 2000km, 4 Städten in 4 Tagen? Klingt nach ner Menge Stress, war aber eingentlich sehr schön… Angefangen hat alles am Mittwoch Morgen. 8 Uhr Abfahrt zu den Niagarafällen. Nachdem wir dann endlich die Einfahrt von Manhattan in den Lincoln Tunnel gefunden haben (das Navi war auch Ratlos, da die Polizei die Hütchen aufstellt wie sie gerade Lust hat) ging es über New Jersey den Bundesstaat New York immer geradeaus.
Um kurz vor 6 abends sind wir dann endlich in Niagara auf der amerikanischen Seite angekommen. Von dort aus haben war die erste Station der sogenannte “Whirlpool” – eine Einbuchtung im reissenden Fluss hinter den Niagarafällen, in der die Strömung sich wie in einer Waschmaschine im Kreis dreht.
Übrigens die einzige auf der Nordhalbkugel, die sich gegen den Uhrzeigersinn dreht. Hat irgenwas damit zu tun, weil nachts die Schotten dicht gemacht werden, und das Wasser nicht über die Niagarafälle runterplätschert, sondern durch die US und kanadischen Kraftwerke verläuft. Morgens wird das Wasser wieder angestellt, damit die Touris was zum gucken haben.
Anschließend sind Diane und ich mit der Bootstour Maid of the Mist gefahren. Erst die US Fälle und dann weiter zum sogenannten Hufeisen, den kanadischen Fällen. WOW, echt beeindruckend die Wassermassen (1.000.000 Badewannen jede Sekunde) die sich dort bewegen.
Anschließend ging’s in das sogenannte Museum, was allerdings mehr schlecht als recht war. Unter anderem wurden dort Tonnen und ein Jetski ausgestellt, von verrückten, die damit die Wasserfälle runter sind. Der Jetskifahrer ist bis heute nicht aufgetaucht… Im Anschluß ging es zu den “Cave of the Wind”, wo wir mit Badelatschen ausgesattet wurden und direkt bis ran an die Wasserfälle konnten. Ich habe mir die komplette Dusche erspart, aber Diane konnte der Versuchung nicht widerstehen.
Als krönenden Abschluss hätte es noch wunderschön angeleuchtete Niagarafälle und ein Feuerwerk gegeben; da wir aber die Nacht in Toronto verbringen wollten, sind wir lieber schnell zum Auto und ab nach Kanada in unser Hostel nach Toronto gefahren.
Abends um 11 sind wir dann angekommen, worauf wir uns erstmal schnell nach Chinatown begeben haben und ein super leckeres Thaiessen zu uns genommen haben. Von dort ging es nach ewig langer Parkplatzsuche ins Bett. Ewig lange, weil in Amerika die Hotels in der Städten nicht wie in Europa immer noch einen Parkplatz haben, den man kostenlos benutzen kann. In den Innenstädten ist das Parken generell ein einziger Krampf. Eine halbe Stunde kostet locker mal 3 bis 6 (in Manhattan auch noch mehr) Dollar.
Am Donnerstag haben wir erst einmal ausgeschlafen, und sind dann zu Fuß durch die Stadt, da das Auto sicher auf einem öffentlichen Parkplatz stand. Frühstück gab es quasi im Supermarkt. Klingt vielleicht nicht so toll, doch durch Zufall haben wir unten am Hafen einen Supermarkt mit riesiger Feinkostabteilung gefunden. So konnten wir gut und günstig essen.
Von dort aus ging’s auf eine kleine Bootstour um die Skyline bei Traumwetter ein wenig zu genießen. Weiter zum CN Tower, auf den wir jedoch nicht hoch sind, wir sind nachdem wir die Strecke vom Hostel zum Hafen ganz abgeklappert haben zurück zum Auto und haben quasi unsere eigene Stadtrundfahrt gemacht. Diane hat mich gelotst, auf der Strecke, die sonst die Touribusse abfahren und konnte aus Prospekten vorlesen um was es sich dabei handelt.
Alles in allem hat uns die Stadt nicht wirklich vom Hocker gerissen. Alles war ein wenig schmuddelig, nicht sonderlich gepflegt und der Gesamteindruck kam über ein mäßiges “ganz schön” nicht hinaus. Also sind wir weiter nach Montréal.
Während wir so fuhren, haben wir mit Rücksprache von Cata beschlossen nicht schon am Freitag, sondern erst am Samstag zurück zu kommen und so einen kleinen Schlenker nach Ottawa zu machen. Auf der Fahrt nach Ottawa kommt man an den sogenannten “Thousand Islands” vorbei. Einer Insellandschaft mit über 1000 Inseln. Unbeschreiblich schön… Leider geben die Bilder dies nicht wirklich wieder, aber evtl das Panorama!?
Abends um kurz nach 10 sind wir angekommen. Die erste Fahrt zur Touristeninformation war leider zu spät – geschlossen. Also sind wir erstmal zu Fuß zum wunderschön beleuteten Parlament gegangen und haben uns dort die Lightshow ein wenig angeschaut. Mit knurrendem Magen und Appetit auf Spareribs sind wir die Restaurants an der naheliegenden Amüsiermeile abgegangen, wo wir nach einigem Suchen leckere und vorallem günstite Ribs bekommen haben. Der Kellner – ein Italiener – hat uns als Deutsche für unsere gute Fussballmannschaft gelobt. Er schaut Fussball ja immer mit seinem Freund über Satellit. Hat uns noch einen Hoteltip gegeben und gestanden, dass die Kanadier keinerlei eigenes Essen haben. Wie die Deutschen den Saumagen, die Amis das Barbeque, sondern in Kanada das essen auch nur aus Burger und Pommes besteht. Irgendwie traurig, wenn man bedenkt, dass in Kanada alle französisch sprechen und England doch auch seine Finger im Spiel hatte.
Naja, satt und glücklich haben wir uns auf Hotelsuche begeben. Enttäuscht, das die Hotels einige Kilometer außerhalb von der Stadt genau so teuer waren, haben wir uns für das günstigste entschieden und hatten Glück noch ein Zimmerupgrade zu bekommen. So war das Frühstück am nächsten Morgen inklusive.
Freitag Morgen sind wir also nach amerikanischem Standardfrühstück (Bagel mit Creamecheese, Rührei mit Speck und Pancakes mit Syrup) ab in die Stadt, wo wir im Schnelldurchlauf alles abgeklappert haben. Wunderschönes Parlament, wunderschöner Fluss, alles viel sauberer als Toronto. Hat uns wirklich gut gefallen. Einzig, dass dort fast alle französisch sprechen (englisch können sie zwar auch, aber primär halt französisch) ist ein wenig suboptimal.
Nachdem wir das wichtigste gesehen haben, haben wir das gleiche Spiel wie in Toronto auch gemacht und sind mit unserem Auto die Sightseeing Route der Touribusse abgefahren. Auch hier muss ich leider feststellen, dass dieser Gesamteindruck, den ich im Kopf habe auf den Bildern leider nicht ganz rüberzubringen ist.
Um halb 3 sind wir weiter nach Montréal, um dort noch ein wenig mehr Zeit verbringen zu können.
Mein Navi hat leider keine Karte für Kanada installiert, so waren wir auf mein Handy als statischen Kartenanzeiger angewiesen. Hat alles in allem gut geklappt, aber so sind wir keine Autobahn, sondern eine Landstrasse bis nach Ottawa gefahren – was allerdings kein Nachteil war, sondern sich eher als Vorteil herausgestellt hat, denn die Landschaft, die wir unterwegs sehen konnten war schon wirklich toll!
Gegen 6 Uhr in Montreal angekommen, sind wir wieder als erstes in die Touristeninformation, um uns mit Karten und Informationsmaterial auszustatten, um einen kleinen Überblick zu bekommen, was wir abends und am nächsten Tag vormittags machen wollen. Von dort aus begann die Suche nach unserem Hotel, was wir vormittags noch schnell übers Internet gebucht haben. Es stellte sich schnell heraus, dass es direkt in der wahrscheinlich meist besuchtestens Strasse der Stadt liegt, und genau an diesem Wochenende ein Jazz Festival genau vor der Haustür stattfand.
Links der Sexshop, rechts unser Hotel. Da fühl ich mich doch gleich wie in Hamburg… Abends sind wir also über das Festival geschlendert, die Hauptstrasse rauf und wieder runter, waren etwas essen und sind nach einem leckeren Softeis direkt vor der Haustür, genau wo die ganzen “Rocker” ihre Motorräder geparkt haben ins Bett gefallen.
Samstag ohne Frühstück direkt auf die weitere Erkundung der Stadt. Wie praktisch, dass es in der gesamten Stadt überall verteilt Fahrradstationen gibt, an denen man sich Fahrräder ohne Probleme sofort mit Kreditkarte ausleihen kann. Von nun an ging es also mit dem Rad weiter. So schafft man in viel kürzerer Zeit viel mehr Distanz. So sind wir runter zum Hafen, und weiter ein Paar Sehenswürdigkeiten abgeklappert, die uns die freundliche Dame der Touristeninformation auf unserer Karte markiert hatte. Der Hafen, das Planetarium, die Marie-Reine-Du-Monde Cathedrale, etc. Highlight war sicherlich die Fahrt bergauf zur McGill Universität, an dem Diane es bereits vorgezogen hat das Rad zu schieben. Wahrscheinlich schon in weiser Voraussicht, dass das schlimmste noch bevorstand: Der Weg steil bergauf zum Parc Mont-Royal. Oben angekommen war dann alles wunderbar, ging es doch von nun an nur bergab. Und als der Regen so langsam einsetzte sind wir zurück Richtung Hotel, die Räder einfach in eine nahegelegene Station geschoben und ab etwas essen. Direkt neben dem Hotel gab es einen Laden, wo es Hotdogs, Burger und Putinka gab. Das sind quasi Pommes mit Butterkäsebröckchen und Bratensauce. Klingt komisch, ist aber lecker
Von dort ging es um ca. 14 Uhr zurück nach Queens, wo wir gleich weiter zu meinem Chef gefahren sind, sein Rad ausleihen, mit dem Diane am Sonntag bei der Tour de Queens mitgefahren ist.
Sonntag also schon um 8 Uhr nach guten 6 Stunden Schlaf aufgestanden, um pünktlich um 9 im Corona Park in Queens an der besagten Tour de Queens teilzunehmen.
20 Meilen durch schöne und interessante Teile von Queens, mit kleiner Frühstücks- und Stärkungspause zwischendurch. So bestand unser Frühstück aus PBJ Sandwiches, Müsiriegeln, Orangenvierteln und Wasser :-D Abends ging es dann für Diane wieder zurück nach Deutschland und für mich nach über 2000km Autofahren ab ins Bett…
Video zur Tour de Queens

Sonntag, 19. Juli 2009 um 10:15
Hi Tim,
deine Reisebeschreibung in Verbindung mit den vielen Bildern ist wirklich sehr ausführlich und man hat oft das Gefühl man sitzt mit dir im Thai-Restaurant und ißt auch Nuddles etc.
Ja, insgesamt sind es schöne Reiseerinnerungen für Dich.
Hast Du bei der Tour de Queen an so ein Teil, na Du weißt schon, gedacht??
Ja, das mit den Spammern kann ich verstehen, “gottseidank” habe ich mein Passwort noch wieder gefunden.
…..bis bald, dein dad
Montag, 27. Juli 2009 um 03:14
Hallo Tim, Diane hat uns (Uwe und mir)den “blog” gegeben. Nun stöbere ich (Uwe auch)regelmäßig drin herum, schlürfe meinen Kakao dazu und denke, kann man diesen “Guide auch mieten”? Anfangs habe ich die Bilder immer mit “Next” angeschaut, um den Text lesen zu können, zirkulierte ich hoch und runter… inwischen bin ich bequem geworden und verwende die komfortablen “Mit PicLens anzeigen” und alles geht von allein… wirklich wunderschööönnn!!! Liebe Grüße Uwe und Heike aus L.E.
Mittwoch, 29. Juli 2009 um 12:35
Danke!
Scheinbar wird die Piclens Funktion doch oefter benutzt als ich dachte… ich werde mal etwas neues ausprobieren, vielleicht sieht das etwas besser aus…
Gruss an alle 8